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Intelligente Lösung für älterwerdende Gesellschaft

GESOBAU AG


Was ist das Ziel?

90 Prozent unserer Mieter*innen wünschen sich, auch im Alter selbstständig und selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben zu können. Dieser Wunsch warf 2014 die Frage auf: Wie können Wohnungslösungen aussehen, in denen die Lebenssituation Älterer und Pflegebedürftiger, die Modernisierung des Märkischen Viertels, die bestehenden Quartiersansätze und die zunehmende Digitalisierung unseres Lebens zusammen gedacht werden? Genau hier setzt das Projekt „Pflege@Quartier“ an: Ein Vorhaben, das seit 2015 exemplarisch im Märkischen Viertel in Berlin durchgeführt wird. Gemeinsam mit der AOK Nordost und gefördert durch den GKV (bis 31.01.18) will die GESOBAU herausfinden, ob und wie moderne Technik dazu beitragen kann, Mobilität und kognitive Fähigkeiten zu erhalten. Um auch bei steigendem Pflegebedarf einen Verbleib in der eigenen Wohnung zu gewährleisten. Im Fokus des Projekts steht die Nutzerperspektive und damit die individuelle Lösungsanpassung: Die Verbindung von Teilhabe, menschlichen Bedürfnissen und Prozessen der Technisierung und Digitalisierung. „Pflege@Quartier“ wurde gemeinsam mit Mieter*innen (65+, tlw. Pflegegrad) erarbeitet und orientiert sich damit konkret an den vorhandenen Bedürfnissen Älterer. Dabei wurden zahlreiche Teilaspekte wie Anforderungen an Technik und Qualität, spezifischer persönlicher und pflegerischer Betreuungsbedürfnisse, soziale Angebote, Zugangs- und Innovationsbarrieren berücksichtigt. Bei den Einbauten wurden bewusst Lösungen gewählt, die für Nutzer leicht bedienbar und bezahlbar sind. Damit wird älteren Menschen der Zugang zu technischen Alltagshilfen erleichtert und Gefahrenpotenzialen (Stürze, Vergesslichkeit, Einsamkeit) präventiv entgegengewirkt. Im Projektzeitraum wurde ein Konzept zur Ausstattung entwickelt, das in der Musterwohnung „Pflege@Quartier“ und in 30 Mieterwohnungen erprobt wird. Die Basisausstattung ist so gewählt, dass sie nicht nur eine Hilfe für Ältere, sondern einen Komfortgewinn für jede Altersgruppe darstellt.


Welchen Mehrwert lierfert die Innovation?

30 Wohnungen (und 44 Mieter*innen, Durchschnittsalter 77 Jahre) wurden bisher mit „analogen“ Alltagshilfen und digital-vernetzten Produkten ausgestattet und werden von begeistert genutzt. Als favorisierte Technikmodule haben sich der Inaktivitäts-Melder, die Sturzerkennung, die Herd-Sicherheit, die Funk-Lampenschaltung, die Türklingel-Erweiterung und das Orientierungslicht herausgestellt. Die Wohnung, die auf ihren Bewohner aufpasst, ist in der Lage, Notfallsituationen automatisch zu erkennen und teilweise selbstständig zu entschärfen (z.B. automatische Herdabschaltung, Notruf-Servicekette zur Johanniter-Unfall-Hilfe). 2017 wurde ergänzend das Projekt „Seniorennetz MV“ initiiert, um Ältere auf dem Weg zur Digitalisierung zu unterstützen . Es wurden Tablet-PCs angeschafft und das Trainingsprogramm Cyberseniors aufgelegt. Zurzeit wird ein Geschäftsmodell zur Weiterführung und Verstetigung erarbeitet. Über den Förderzeitraum hinaus setzt die GESOBAU das Vorhaben „Pflege@Quartier“ fort, um die grundsätzlich positive Haltung auch über den Testbetrieb hinaus aufrecht zu erhalten und durch ein „mitalterndes“ Wohnungsangebot in den Bestand zu integrieren. Innovationstreiber im Projekt ist und bleibt die Interdisziplinarität: Das Zusammenspiel von Wohnungswirtschaft, Technik, Wissenschaft, Mieter*innen, Sozial-, Pflege- und Gesundheitswirtschaft, Angehörigen u.v.m. hat maßgeblich zu Lösungen und Angeboten beigetragen, von denen die Gesellschaft insgesamt profitieren wird.

Wie sieht die weitere Entwicklung der Innovation aus?

In „Pflege@Quartier“ werden auf der Basis sinnvoller Anwendungsszenarien im Markt befindliche Komponenten sinnvoll zusammengestellt, dass eine zentrale Datenplattform mit der erforderlichen Sensorik und Aktorik verbunden wird. Modularität und Erweiterbarkeit sind in unserem Konzept dergestalt abgebildet, dass neben dem Basispaket an den nutzerspezifischen Erfordernissen orientierte Zusatzpakete (frei wählbar) angeboten werden können. Funktionalitäten können in weiteren Ausbaustufen nachgerüstet werden. Uns ist bewusst, dass die Technik sich weiterentwickelt, aus diesem Grund wurde mit dem escos copiloten ein offenes System gewählt. Nach dem Ende seiner Funktion als Pilotprojekt soll „Pflege@Quartier“ zukünftig viel mehr sein: Es soll als Wohn- und Quartierskonzept das bedarfsgerechte Angebot der GESOBAU verstärken, die Wahrnehmung und Akzeptanz digitaler Angebote und assistiver Systeme verbessern, bestehende Serviceangebote weiterentwickeln und so fort.


bitte immer eintragen

Die Jury des 2. ZIA-Innovationsberichts meint:

Die Kombination unterschiedlicher Daten steigert Transparenz und damit Sicherheit bei Transaktionsvorbereitung und –entscheidung. Die Jury hebt insbesondere die cross-sektorale Verbindung unterschiedlicher Datenquellen hervor, die durch den kollaborativen Modell-Ansatz Mehrwerte für die Nutzer schafft.